Bleno 3D – Fluganleitung
So fliegen Sie für ein gutes 3D-Modell
Bleno 3D rechnet aus der Fotoserie Ihrer eigenen Drohne ein 3D-Modell. Wie gut das Modell wird, entscheidet vor allem der Flug – hier finden Sie das Vorgehen für Ihre Drohnenklasse und Ihre Flug-App, dazu die rechtlichen Grundlagen.
Bleno 3D ist noch nicht buchbar. Diese Anleitung zeigt bereits jetzt, wie der Flug ablaufen wird – den Start kündigen wir in der App und im Newsletter an.
Das Prinzip: Raster, Orbit und tiefer Orbit
Unabhängig von Drohne und App braucht ein gutes Modell drei Aufnahme-Durchgänge über demselben Objekt:
- Raster senkrecht
- Die Kamera zeigt senkrecht nach unten (Gimbal-Neigung ab etwa 70° unter der Waagerechten gilt als senkrecht), die Drohne fliegt ein Rasterfeld über dem ganzen Dach, etwa 20–30 m über First. Das liefert die Dachflächen.
- Orbit schräg (35°–45° unter der Waagerechten)
- Ein bis zwei Kreise um das Gebäude mit schräg gestellter Kamera, ein Foto alle 5–10°. Im Testflug lag die Gimbal-Neigung dabei bei 35°–45° unter der Waagerechten, in etwa 10–25 m Höhe (Richtwert aus diesem Testflug, keine feste Vorgabe) – als „schräg“ zählt für Bleno alles zwischen 15° und 70° unter der Waagerechten. Das liefert die oberen Fassadenbereiche und Kanten wie First und Grat.
- Tiefer Orbit mit fast waagerechter Kamera
- Ein weiterer, niedriger Kreis aus etwa 1–4 m Höhe mit annähernd waagerechter Kamera. Ohne diesen Durchgang fehlt die Fassade direkt unter dem Dachüberstand – im Modell zeigt sich das als zerrissener Streifen rund ums Haus. Dieser Durchgang gehört immer mit in die Serie, nicht nur bei Fassadenaufmaßen.
- Fassaden-Orbit
- Für ein Fassadenaufmaß (Anstrich, Putz, Gerüst) fliegen Sie zusätzlich einen eigenen Orbit näher an der Wand entlang, mit der Kamera möglichst frontal auf die Fassade gerichtet, statt nur ums ganze Gebäude.
Richtwerte für die Serie
- 80–200 Fotos sind ein guter Richtwert (mindestens 50, höchstens 400 lässt Bleno rechnen)
- Überlappung zwischen benachbarten Fotos: etwa 75 % längs, 70 % quer – lieber ein Foto zu viel als eine Lücke
- GPS-Position in praktisch jedem Foto (Bleno verlangt mindestens 90 % der Serie mit GPS)
- Fotos als JPEG, ohne die Kamera während des Flugs zu wechseln
- Bedeckter Himmel ist ideal: keine harten Schatten, keine Spiegelungen, wenig Wind
Eine vor Ort gemessene Referenzstrecke im Modell bleibt in jedem Fall Pflicht: Das GPS der Drohne liefert stimmige Proportionen, aber keinen verlässlichen Maßstab. In unserem Testflug (Testserie 219 Fotos, Beispielkamera DJI FC9313) lag der Grat ohne Referenzstrecke, nur mit GPS-Maßstab, 1,8 % über dem Nachmaß – ein Beleg dafür, warum die Referenzstrecke Pflicht ist, kein Genauigkeitsversprechen für den Regelfall.
So richten Sie es in Ihrer Flug-App ein
- DJI Pilot 2
- Nur für die Enterprise-Klasse (Matrice-/Enterprise-Serie) – für Mini, Air und Mavic siehe Dronelink, Litchi oder DJI Fly. Im Kartenmodus „Rasterflug“ (Wayline) das Dach als Fläche markieren, Overlap auf etwa 75 %/70 % stellen, Gimbal-Neigung senkrecht wählen; für den Orbit schräg den Modus „Orbit“ mit Radius um das Gebäude und Gimbal-Neigung 35–45° unter der Waagerechten. Den tiefen, fast waagerechten Orbit in 1–4 m Höhe nicht als automatische Wayline anlegen: Die Hinderniserkennung ist bei Wegpunktflügen eingeschränkt, diesen Durchgang von Hand fliegen.
- Dronelink
- Mit dem Baustein „Grid“ das Rasterfeld über dem Dach anlegen (Overlap-Parameter auf 75 %/70 %, Kamera senkrecht), für die Orbits den Baustein „Orbit“ mit Radius und Kamerawinkel als eigene Missionsschritte hintereinander ausführen – ein Orbit schräg, ein zweiter niedrig und fast waagerecht. Für den DJI Mavic 3 (ohne DJI MSDK) steht nur der eingeschränkte „Onboard Only“-Modus über DJI Fly zur Verfügung, nicht die volle Missionsplanung.
- Litchi
- Missionsplaner: Wegpunkte für das Raster manuell oder per „Waypoint“-Import setzen, Kamerawinkel je Wegpunkt einzeln festlegen (senkrecht fürs Raster), für die Orbits die Kreisfunktion „Orbit Mode“ in zwei Durchgängen mit unterschiedlichem Radius und Kamerawinkel (schräg, dann niedrig und flach) fliegen. Für den DJI Mavic 3 (Classic/Pro) steht Litchi nicht zur Verfügung – kein DJI MSDK.
- Wegpunkte in DJI Fly
- DJI Fly ist die Standard-App für Mini, Air und Mavic (für die Enterprise-Klasse siehe DJI Pilot 2) und bietet keinen automatischen Rasterflug – Wegpunkte manuell setzen (Kurs sichern, jeden Punkt mit fester Höhe und Kamerawinkel ablegen), Überlappung durch engere Punktabstände selbst sicherstellen; für Orbits die Kreisfunktion nutzen oder manuell mit konstantem Radius um das Gebäude fliegen. Aufwendiger als in den anderen Apps. Wegpunktflug bietet DJI Fly erst ab dem Mini 4 Pro; ältere Modelle wie der Mini 3 haben diese Funktion nicht.
Ihre Drohnenklasse
Geeignete Apps zeigen wir je Drohnenklasse als Ausgangspunkt, nicht als vollständigen Kompatibilitätsnachweis: Ob Ihr genaues Modell eine App unterstützt – etwa Wegpunktflug oder den DJI-MSDK-Zugriff, den Dronelink und Litchi dafür brauchen –, hängt vom Modell und Firmware-Stand ab. Prüfen Sie das vor dem Flug in der Kompatibilitätsliste der jeweiligen App.
- DJI Mini (z. B. DJI Mini 3, Mini 4 Pro)
- Leicht (meist unter 250 g) und windempfindlich – bei Wind über etwa 20–25 km/h Flug verschieben, sonst leidet die Bildschärfe im Orbit. Wegpunktflug in DJI Fly gibt es erst ab dem Mini 4 Pro; der Mini 3 hat diese Funktion in DJI Fly nicht.
- Geeignete Apps: Dronelink, Litchi, Wegpunkte in DJI Fly
- DJI Air (z. B. DJI Air 3)
- Guter Kompromiss aus Stabilität und Handlichkeit für die meisten Ein- und Zweifamilienhäuser.
- Geeignete Apps: Dronelink, Litchi, Wegpunkte in DJI Fly
- DJI Mavic (z. B. DJI Mavic 3)
- Größerer Sensor, stabiler im Wind – sinnvoll bei größeren Objekten oder wechselhaftem Wetter. Der Mavic 3 (Classic/Pro) hat kein DJI MSDK: Litchi unterstützt ihn deshalb nicht, Dronelink bietet für ihn nur den eingeschränkten „Onboard Only“-Modus über DJI Fly statt der vollen Missionsplanung.
- Geeignete Apps: Dronelink, Wegpunkte in DJI Fly
- DJI Enterprise (z. B. DJI Matrice-/Enterprise-Serie)
- Für größere gewerbliche Objekte und Betriebe mit eigenem Kompetenznachweis für höhere Klassen – Rasterflug und Orbit funktionieren wie bei den kleineren Klassen, meist mit mehr Zubehör (Wechselakkus, RTK-Modul) für längere Serien. Geflogen wird hier mit DJI Pilot 2, nicht mit DJI Fly, Dronelink oder Litchi.
- Geeignete Apps: DJI Pilot 2
Rechtliches für den Drohnenflug
Stand: September 2026
Das ist ein Überblick über öffentlich bekannte Regelungen, keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die jeweils geltenden Vorschriften – bitte vor jedem Flug prüfen.
- Betreiberregistrierung
- Für eine Drohne mit Kamera ist in der EU in der Regel eine Registrierung als Betreiber vorgeschrieben (in Deutschland beim Luftfahrt-Bundesamt) – das gilt praktisch unabhängig vom Startgewicht, auch für die leichte Klasse C0 mit Kamera; ausgenommen sind nur reine Spielzeugdrohnen. Die Registrierungsnummer wird an der Drohne angebracht.
- EU-Kompetenznachweis A1/A3
- Ab 250 g Startgewicht bzw. ab Klasse C1 kommt zur Registrierung der EU-Kompetenznachweis A1/A3 dazu (Online-Test). Für schwerere Klassen und Flüge näher an Menschen sind weitere Nachweise nötig.
- Versicherung
- In Deutschland ist für Drohnenflüge eine Haftpflichtversicherung vorgeschrieben, die Drohnen ausdrücklich einschließt – eine private Haftpflicht reicht in der Regel nicht automatisch.
- Geo-Zonen
- Vor jedem Flug die aktuellen Geo-Zonen prüfen (Flughäfen, Einsatzgebiete, Naturschutzgebiete, Wohngrundstücke und weitere Sperr- oder Auflagenzonen). Flug-Apps zeigen die Zonen meist an, ersetzen aber nicht die eigene Prüfung.
- Datenschutz Nachbargrundstücke
- Über fremden Grundstücken – insbesondere bewohnten Nachbargrundstücken – gelten besondere Regeln: Fotos und Videos dürfen nicht ohne Weiteres Personen oder fremdes Eigentum erkennbar erfassen. Für den Überflug von Wohngrundstücken mit einer Kameradrohne braucht es die ausdrückliche Zustimmung von Eigentümer oder Nutzer (§ 21h Abs. 3 Nr. 7 LuftVO) – vor dem Flug einholen, nicht nur informieren, und den Flug möglichst auf das eigene Auftragsobjekt begrenzen.